Warum befahl Gott den Völkermord / die Auslöschung der Kanaaniter, inklusive Frauen und Kinder?


Frage: "Warum befahl Gott den Völkermord / die Auslöschung der Kanaaniter, inklusive Frauen und Kinder?"

Antwort:
In 1. Samuel befahl Gott Saul und den Israeliten: "So spricht der HERR der Heerscharen: Ich habe bedacht, was Amalek Israel angetan, wie es sich ihm in den Weg gestellt hat, als Israel aus Ägypten heraufzog. Nun zieh hin und schlage Amalek! Und vollstreckt den Bann an ihnen, an allem, was es hat, und verschone ihn nicht, sondern töte Mann und Frau, Kind und Säugling, Rind und Schaf, Kamel und Esel! Gott befahl Ähnliches als die Israeliter das versprochene Land einnahmen (5. Mose 2,34; 3,6; 20,16-18). Warum würde Gott den Israelitern befehlen, eine ganze Völkergruppe, inklusive Frauen und Kindern, auszulöschen?

Das ist ein schwieriges Thema. Wir verstehen nicht in Gänze warum Gott so etwas befehlen würde, aber wir vertrauen Gott, dass er gerecht ist — und wir erkennen, dass wir den allerhöchsten, unendlichen und ewigen Gott nicht vollständig in allen Facetten verstehen können. Wenn wir uns schwierige Themen, so wie dieses, anschauen, müssen wir uns vor Augen halten, das Gottes Wege höher sind als unsere und seine Gedanken höher als unsere Gedanken (Jesaja 55,9; Römer 11,33-36). Wir müssen bereitwillig Gott vertrauen und Glaube an ihn haben, auch wenn wir manche seiner Wege nicht verstehen können.

Gott kennt im Gegensatz zu uns die Zukunft. Gott kannte das Ergebnis, wenn Israel die Amalekiter nicht komplett vernichten würde. Wenn Israel Gottes Befehl nicht befolgt hätte, hätten die Amalekiter ggf. in der Zukunft Ärger bereitet. Saul behauptet, er hätte alle außer König Agag getötet (1. Samuel 15,20). Offensichtlich log Saul — nur ein paar Jahrzehnte später gab es ausreichend Amalekiter, die David und die Familien seiner Männer gefangen nahmen (1. Samuel 30,1-2).

Nachdem David und seine Männer die Amalekiter attackierten und ihre Familien retteten, sind 400 Amalekiter entkommen. Wenn Saul Gottes Befehl ausgeführt hätte, wäre das nie passiert. Mehrere Jahrhunderte später versuchte Haman, ein Nachfahre von Agag, das gesamte jüdische Volk auszulöschen (siehe Buch Esther). Sauls unvollständiger Gehorsam hätte fast zu Israels Zerstörung geführt. Gott wusste, dass das passieren würde, daher befahl er die Zerstörung der Amalekiter bereits im Vorfeld.

In Bezug auf die Kanaaniten befahl Gott: "Jedoch von den Städten dieser Völker, die der HERR, dein Gott, dir als Erbteil gibt, sollst du nichts leben lassen, was Odem hat. Sondern du sollst an ihnen unbedingt den Bann vollstrecken: an den Hetitern und an den Amoritern, den Kanaanitern und den Perisitern, den Hewitern und den Jebusitern, wie der HERR, dein Gott, dir befohlen hat, damit sie euch nicht lehren, nach all ihren Gräueln zu tun, die sie ihren Göttern getan haben, und ihr so gegen den HERRN, euren Gott, sündigt. (5. Mose 20,16-18). Die Israeliten führten auch diese Mission nicht aus und exakt was Gott sagte, passierte auch (Richter 2,1-3; 1. Könige 11,5; 14,20; 2. Könige 16,3-4). Gott befahl die Auslöschung dieser Völker nicht um grausam zu sein, sondern um größeres Übel in der Zukunft abzuwenden.

Vielleicht ist der schwierigste Teil dieser Befehle von Gott, dass Gott auch den Tod von Kindern und Babys angewiesen hat. Warum sollte Gott den Tod von unschuldigen Kindern verlangen? (1) Kinder sind nicht unschuldig (Psalm 51,5; 58,3). (2) Diese Kinder wären vermutlich zu Erwachsenen geworden, die falschen Religionen wie ihre Eltern nachgegangen wären. (3) Indem Gott ihnen das Leben als Kinder nahm, ermöglichte er ihnen in den Himmel zu kommen. Wir glauben stark daran, dass alle Kinder, die sterben, durch die Gnade und Barmherzigkeit Gottes in den Himmel aufgenommen werden (2. Samuel 12,22-23; Markus 10,14-15; Matthäus 18,2-4).

Natürlich geht die Antwort nicht auf alle damit verbundenen Themen ein und mag unbefriedigend erscheinen. Jedoch sollte unser Fokus das Vertrauen auf Gott sein, sogar, wenn wir seinen Weg nicht verstehen können. Wir müssen uns immer vorhalten, dass Gott die Dinge aus einer ewigen Perspektive betrachtet und dass seine Wege höher sind als unsere. Gott ist genau, gerecht, heilig, liebend, gnädig und barmherzig. Wie seine Eigenschaften zusammenspielen mag für uns ein Mysterium sein — aber das bedeutet nicht, dass er nicht der ist, den die Bibel verkündet.

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