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Frage

Wie sollte ein Christ auf Mobbing reagieren?

Antwort


Die Bibel spricht nicht speziell über Tyrannen oder Mobbing, aber es gibt viele biblische Grundsätze, die sich auf dieses Thema beziehen. Zunächst ist es wichtig, zu verstehen, was Mobbing ist. Eine einfache Definition wäre: „Überlegene Stärke oder Macht einsetzen, um Menschen einzuschüchtern“. Mobber sind Menschen, die andere, wenn sie sich für schwächer halten, ausnutzen und ihnen Schaden androhen oder sie sogar verletzen, um ihren eigenen Willen durchzusetzen. Natürlich ist Mobbing nicht gottgefällig. Christen sind aufgerufen, andere zu lieben und sich um die Schwächeren zu kümmern, nicht aber, Menschen einzuschüchtern oder zu manipulieren (Jakobus 1,27; 1. Johannes 3,17-18; Galater 6,9-10). Da es offensichtlich ist, dass Christen keine Tyrannen sein sollten, wie sollten Christen auf Mobbing reagieren?

Im Allgemeinen gibt es zwei Situationen, in denen ein Christ auf Mobbing reagieren muss: Wenn er das Opfer von Mobbing ist und wenn er ein Zeuge von Mobbing ist. Wenn man gemobbt wird, könnte die richtige Reaktion darin bestehen, die andere Wange hinzuhalten oder sich selbst zu verteidigen. Als Jesus in Matthäus 5,38-42 davon sprach, „die andere Wange hinzuhalten“, lehrte er uns, bei persönlichen Beleidigungen nicht zurückzuschlagen. Es geht darum, eine Beleidigung nicht mit einer Beleidigung zu erwidern. Wenn uns jemand beschimpft, erwidern wir seine Beleidigung nicht mit eigenen Beleidigungen. Wenn jemand versucht, seine Machtposition geltend zu machen, um uns einzuschüchtern oder uns zu einem bestimmten Verhalten zu zwingen, können wir uns seiner Manipulation widersetzen, ohne selbst manipulativ zu sein. Kurz gesagt, einen Tyrannen zu schikanieren ist nicht biblisch und, offen gesagt, auch nicht sinnvoll. Es ist jedoch ratsam, den Tyrannen bei den zuständigen Behörden anzuzeigen. Es ist nicht falsch, wenn ein Kind in der Schule seinen Lehrer auf Tyrannen aufmerksam macht. Es ist auch nicht falsch, einen Betrüger bei der Polizei anzuzeigen. Solche Maßnahmen können dazu beitragen, den Mobber daran zu hindern, anderen zu schaden. Selbst wenn wir keine persönlichen Vergeltungsmaßnahmen ergreifen, können wir dennoch die sozialen Rechtssysteme nutzen.

In anderen Fällen, insbesondere wenn das Mobbing körperlich ist, kann Selbstverteidigung angebracht sein. Die Bibel befürwortet keinen totalen Pazifismus. Die Anweisungen Gottes an Israel in 2. Mose 22 und die Anweisung Jesu an seine Jünger, sich ein Schwert zu besorgen, in Lukas 22 sind aufschlussreich. Christen sollen liebevoll und vergebend sein, aber das Böse nicht zulassen.

Wenn ein Christ Mobbing beobachtet, kann es angemessen sein, einzugreifen und den Angriff auf das Opfer zu verhindern. Jede Situation ist anders, und oft verschlimmert das Einschreiten das Problem noch, aber oft braucht es nur eine Person, die sich für eine schwächere Partei einsetzt, um das Mobbing zu beenden und es in Zukunft zu verhindern. Natürlich könnte ein Christ nach dem Vorfall mit dem Mobbingopfer sprechen und ihm helfen, wenn es etwas braucht, einschließlich der Unterstützung bei der Anzeige des Vorfalls.

Gottes Weisheit ist in allen Fällen der Auseinandersetzung mit Mobbing notwendig. Diejenigen, die Christus nachfolgen, haben den Heiligen Geist in sich wohnen. Er hilft uns, Gottes Wort zu verstehen, und kann uns leiten und ausrüsten, damit wir Gott in jeder Situation gehorchen können, in der wir uns befinden.

Wir müssen auch unsere Gedanken und unsere Haltung gegenüber Mobbern überdenken. Es ist leicht, Tyrannen zu verteufeln und sie als hasserfüllte Menschen zu betrachten. Das ist jedoch keine gottgefällige Haltung. Jeder Mensch wird als Sünder geboren, und wir alle brauchen die Erlösung durch Jesus (Römer 3,23; 6,23). Zumindest sollten wir dafür beten, dass der Tyrann sein Herz ändert und Gottes Erlösung erkennt (1. Timotheus 2,1-4). Oft handeln Tyrannen jedoch aus eigenem Schmerz heraus. Vielleicht wurden sie in der Vergangenheit schikaniert. Vielleicht fühlen sie sich unsicher, und der einzige Weg, sich selbst akzeptabel zu fühlen, besteht darin, andere herabzusetzen. Wir können ihren Schmerz nachempfinden und ihnen Gottes Mitgefühl, Liebe und Gnade entgegenbringen, gleichzeitig aber auch feste Grenzen setzen, um ihr falsches Verhalten anzusprechen. Ob Mobbing nun durch frühere Verletzungen oder einfach durch die Natur der Sünde ausgelöst wird, Gott ist derjenige, der Heilung, Wiederherstellung und Veränderung bewirken kann. Es ist immer angebracht, sowohl für Mobber als auch für ihre Opfer zu beten. Auch wenn wir Opfer von Mobbing sind, können wir uns mit unserem Schmerz an Gott wenden und ihn um Zuspruch und Heilung bitten.

In Römer 12,17-21 steht: „Vergeltet niemand Böses mit Bösem! Seid auf das bedacht, was in den Augen aller Menschen gut ist. Ist es möglich, soviel an euch liegt, so haltet mit allen Menschen Frieden. Rächt euch nicht selbst, Geliebte, sondern gebt Raum dem Zorn [Gottes]; denn es steht geschrieben: »Mein ist die Rache; ich will vergelten, spricht der Herr«. »Wenn nun dein Feind Hunger hat, so gib ihm zu essen; wenn er Durst hat, dann gib ihm zu trinken! Wenn du das tust, wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln.«“

Gott hat uns unglaubliche Barmherzigkeit erwiesen. Wir sollten dies anderen durch unser Verhalten zeigen - indem wir nicht schikanieren, indem wir uns für die Schwachen einsetzen, indem wir bereit sind, zu vergeben, indem wir Mobbing so gut wie möglich durch geeignete soziale Kanäle verhindern und indem wir für diejenigen beten, die mobben und die gemobbt werden. Die Liebe und Gnade Gottes reichen aus, um jede Wunde zu heilen.

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