Heiligt der Zweck die Mittel?



 

Frage: "Heiligt der Zweck die Mittel?"

Antwort:
Die Antwort auf diese Frage kommt darauf an, was der Zweck oder das Ziel ist und welche Mittel zu deren Erreichung verwendet werden. Wenn der Zweck gut ist und das Mittel, um ihn zu erreichen, ebenfalls gut ist, dann heiligt der Zweck das Mittel. Das ist aber nicht, was die meisten unter diesem Ausdruck verstehen. Die meisten verwenden es als Entschuldigung, um ihre Ziele durch jedes Mittel zu erreichen, egal wie immoralisch, illegal oder unangenehm das Mittel auch ist. Der Ausdruck bedeutet in der Regel „Es ist egal wie du bekommst was du willst, solange du es bekommst.“

Der “Zweck heiligt die Mittel” beinhaltet meist, dass man etwas Falsches tut, um ein positives Ergebnis zu erlangen und das gute Ergebnis dient als Entschuldigung für die Überschreitung. Ein Beispiel ist eine Lüge im Lebenslauf, um einen guten Job zu erhalten. Die Lüge wird entschuldigt, weil das höhere Einkommen des neuen Jobs der Familie des Lügners zu Gute kommt. Ein weiteres Beispiel ist eine Abtreibung eines Babys, um das Leben der Mutter zu retten. Lüge und die Tötung eines unschuldigen Lebens sind beide moralisch falsch, aber mehr Geld zu verdienen und das Leben der Frau zu retten, sind moralisch richtig. Aber wo ziehen wir hier die Grenze?

Dieses Zweck und Mittel Dilemma ist ein übliches Problem in ethischen Diskussionen. Gewöhnlicher Weise wird so gefragt: „Wenn du die Welt rettest, indem du jemanden ermordest, würdest du es tun?“ Wenn die Antwort „ja“ lautet, dann rechtfertigt das moralisch gute Ergebnis die Verwendung eines immoralischen Mittels, um es zu erreichen. Es gibt aber verschiedene Dinge zu bedenken: die Moral der Handlung, die Moral des Ergebnisses und die Moral der Person, die die Handlung ausübt. In dieser Situation ist die Handlung (Mord) klar immoralisch sowie auch der Mörder. Aber die Rettung der Welt ist ein gutes und ein moralisches Ergebnis. Oder? Welche Art von Welt wird hier gerettet, wenn es erlaubt ist, dass Mörder selbst entscheiden, ob Mord gerechtfertigt ist oder nicht und dann ohne Strafe davon kommen? Oder erhält der Mörder eine Strafe für seine Straftat in einer Welt, die er gerettet hat? Und dürfte die Welt den Mörder bestrafen, wenn er diese doch gerettet hat?

Aus der biblischen Betrachtung fehlen in dieser Diskussion natürlich der Charakter von Gott, Gottes Gesetz und die Providenz von Gott. Weil wir wissen, dass Gott gut, heilig, gerecht und gnädig ist, sollen die, die seinen Namen tragen diesen Charakter reflektieren (1.Petrus 1,15-16). Mord, Lüge, Diebstahl und alle Arten von sündigem Verhalten sind der Ausdruck der sündigen Natur des Menschen, nicht der Natur von Gott. Für den Christen, dessen Natur durch Christus transformiert wurde (2.Korinther 5,17) gibt es keine Entschuldigung für immoralisches Verhalten, egal welche Motivation es hat oder welches Ergebnis es herbeiführt. Von diesem heiligen und perfekten Gott erhalten wir das Gesetz, das seine Attribute reflektiert (Psalm 19,7; Römer 7,12). Die Zehn Gebote machen es klar, dass Mord, Ehebruch, Diebstahl, Lüge und Habgier in Gottes Augen unakzeptabel sind. Er gibt uns keine „Entschuldigungsklausel“ für Motivation oder Rechtfertigung. Er sagt nicht: „Töte nicht, außer wenn Du jemanden Leben rettest“. Das nennt man „Situationsethik“ und dafür gibt es keinen Raum in Gottes Gesetz. Also gibt es aus Gottes Perspektive keinen Zweck, der das Mittel des Gesetzbruches (die Gebote Gottes) heiligt.

Es fehlt in der Zweck und Mittel Diskussion auch das Verständnis über die Providenz von Gott. Gott hat nicht einfach nur die Welt erschaffen, sie mit Menschen bevölkert und sie dann ihrem Schicksal überlassen. Sondern Gott hat einen Plan und einen Sinn für die Menschheit, den er über die Jahrtausende hinweg umsetzt. Jede Entscheidung einer jeden Person über die Geschichte hinweg wurde übernatürlich in diesen Plan eingepasst. Er teilt uns diese Wahrheit unmissverständlich mit: „Ich habe von Anfang an verkündigt, was hernach kommen soll, und vorzeiten, was noch nicht geschehen ist. Ich sage: Was ich beschlossen habe, geschieht, und alles, was ich mir vorgenommen habe, das tue ich.

Ich rufe einen Adler vom Osten her, aus fernem Lande den Mann, der meinen Ratschluss ausführe. Wie ich's gesagt habe, so lasse ich's kommen; was ich geplant habe, das tue ich auch.“ (Jesaja 46,10-11) Gott ist eng beteiligt und in Kontrolle über seine Schöpfung. Darüber hinaus sagt er uns, „dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind.“ (Römer 8,28) Ein Christ der auf seinem Lebenslauf lügt oder ein Baby abtreibt, würde Gottes Gesetz verletzen und Gottes Fähigkeit verleugnen, für eine Familie zu sorgen und das Leben der Mutter zu erhalten, wenn es sein Wille ist.

Diejenigen, die Gott nicht kennen sind vielleicht gezwungen ihre Mittel durch den Zweck zu heiligen, aber die, die behaupten Kinder Gottes zu sein, haben überhaupt keinen Grund Gottes Gesetze zu brechen, seinen göttlichen Sinn und Willen zu verleugnen oder Schande über seinen Namen zu bringen.


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