Was ist Wahrheit?



 

Frage: "Was ist Wahrheit?"

Antwort:
Vor fast 2000 Jahren stand die Wahrheit auf dem Prüfstand und wurde von Menschen beurteilt, die sich der Lüge hingaben. Tatsächlich wurde die Wahrheit sechs Verhandlungen in weniger als einem ganzen Tag unterzogen, drei von ihr waren religiös und drei waren legaler Natur. Am Ende konnten wenig Beteiligte auf die Frage „Was ist Wahrheit?“ eine Antwort geben.

Nach ihrer Verhaftung, wurde die Wahrheit zu einem Mann namens Hannas geführt, einem korrupten früheren Hohepriester der Juden. Hannas brach mehrere jüdische Gesetze bis zur Verhandlung, inklusive der Abhaltung der Verhandlung in seinem Haus, der Versuch den Angeklagten zur Selbstanklage zu bewegen und das Schlagen des Angeklagten, der zu dieser Zeit noch keinem Delikt überführt war. Nach Hannas wurde die Wahrheit zum führenden Hohepriester Kaiphas gebracht, der Hannas Schwiegersohn war. Vor Kaiphas und dem Sanhedrin (Hoher Rat) der Juden, traten viele falsche Zeugen auf, die gegen die Wahrheit sprachen; dennoch konnte nichts bewiesen werden und kein Nachweis für einen Gesetzesübertritt gefunden werden. Kaiphas brach nicht weniger als sieben Gesetze, während seinem Versuch die Wahrheit anzuklagen: (1) die Verhandlung wurde heimlich abgehalten; (2) sie fand in der Nacht statt; (3) sie beinhaltete Bestechung; (4) der Angeklagte hatte niemanden, der seine Verteidigung repräsentiert; (5) die Voraussetzung von 2-3 Zeugen konnte nicht erfüllt werden; (6) sie verwendeten Selbstanklage gegen den Beschuldigten; (7) sie vollzogen am gleichen Tag die Todesstrafe. All dies war unter dem jüdischen Gesetz verboten. Dennoch erklärte Kaiphas die Wahrheit für schuldig, weil die Wahrheit behauptete Gott im Fleisch zu sein; etwas was Kaiphas als Blasphemie bezeichnete.

Am Morgen fand die dritte Verhandlung der Wahrheit statt, mit dem Resultat, dass der jüdische Sanhedrin die Wahrheit zum Tode verurteilte. Allerdings hatte der jüdische Rat kein legales Recht die Todesstrafe auszuüben, daher waren sie gezwungen, die Wahrheit dem römischen Statthalter zu bringen, einem Mann namens Pontius Pilatus. Pilatus war von Tiberius, dem fünften Kaiser von Judäa von 26 bis 36 n.Chr., ernannt worden. Er hatte Macht über Leben und Tod und konnte das Todesurteil des Sanhedrin aufheben. Als die Wahrheit vor Pilatus stand, wurden mehr Lügen vorgebracht. Seine Feinde sagten: „Wir haben gefunden, dass dieser unser Volk aufhetzt und verbietet, dem Kaiser Steuern zu geben, und spricht, er sei Christus, ein König.“ (Lukas 23,2). Das war aber eine Lüge, weil die Wahrheit sagte, dass jeder seine Steuern zahlen muss (Matthäus 22,21) und nie von sich selbst als Konkurrent oder Aufhetzer gegen Cäsar auftrat.“

Danach folgte eine sehr interessante Konversation zwischen der Wahrheit und Pilatus: „Da ging Pilatus wieder hinein ins Prätorium und rief Jesus und fragte ihn: Bist du der König der Juden? Jesus antwortete: Sagst du das von dir aus oder haben dir's andere über mich gesagt? Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die hohen Priester haben dich mir überantwortet. Was hast du getan? Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darum kämpfen, dass ich den Juden nicht überantwortet würde; nun aber ist mein Reich nicht von dieser Welt. Da fragte ihn Pilatus: So bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich die Wahrheit bezeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme. Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? Und als er das gesagt hatte, ging er wieder hinaus zu den Juden und spricht zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm.“

Die Frage von Pilatus “Was ist Wahrheit? schallt durch die gesamte Geschichte hinweg. War es ein melancholischer Wunsch zu wissen, was niemand ihm sagen konnte, ein zynische Beleidigung oder vielleicht eine indifferente und gereizte Reaktion auf Jesus Worte?

In einer postmodernen Welt, die verleugnet, dass es Wahrheit gibt, ist diese Frage heute mehr als jemals von Bedeutung. Was ist Wahrheit?

Eine Vorschlag einer Definition von Wahrheit

Wenn wir die Wahrheit definieren, ist es hilfreich festzuhalten, was Wahrheit nicht ist:

• Wahrheit ist nicht einfach, das was funktioniert. Das ist die Philosophie des Pragmatismus – ein Mittel versus Ergebnis Ansatz. In Realität können auch Lügen so aussehen, als ob sie funktionieren, aber sie sind dennoch Lügen und keine Wahrheit.
• Wahrheit ist nicht einfach, was offensichtlich und verständlich ist. Eine Gruppe von Leuten kann sich zu einem Komplott zusammenschließen, der auf Unwahrheit basiert. Alle sind sich über die gleiche falsche Geschichte einig, aber sie macht sie deshalb nicht wahr.
• Wahrheit ist nicht, was die Menschen gut fühlen lässt. Leider kann schlechte Nachricht die Wahrheit sein.
• Wahrheit ist nicht was die Mehrheit sagt, das wahr ist. 51% einer Gruppe können falsch schlussfolgern.
• Wahrheit ist nicht was umfassend ist. Eine lange, detaillierte Präsentation kann trotzdem falsche Informationen beinhalten.
• Wahrheit ist nicht definiert durch was beabsichtigt wird. Gute Absicht kann falsch sein.
• Wahrheit ist nicht wie wir etwas wissen; Wahrheit ist was wir wissen.
• Wahrheit ist nicht einfach was geglaubt wird. Eine geglaubte Lüge, ist dennoch eine Lüge.
• Wahrheit ist nicht was öffentlich bewiesen ist. Eine Wahrheit kann privat sein (z.B. der Ort eines vergrabenen Schatzes).

Das griechische Wort für “Wahrheit” ist alētheia, was wörtlich „aufdecken“ oder „nicht versteckt“ bedeutet. Es vermittelt den Gedanken, dass Wahrheit immer da, immer offen und für alle sichtbar verfügbar ist, mit nichts verstecktem oder schleierhaftem. Das hebräische Wort für „Wahrheit“ bedeutet „Bestimmtheit“, „Konsistenz“ und „Dauerhaftigkeit“. Diese Definition impliziert im Wesen etwas ewiges, auf das man sich verlassen kann.

Aus der philosophischen Perspektive gibt es drei einfache Wege Wahrheit zu definieren:

1. Wahrheit ist, was mit der Realität übereinstimmt.
2. Wahrheit ist, was zu ihrem Sinn passt.
3. Wahrheit ist, zu sagen wie es ist.

Erstens Wahrheit ist, was mit der Realität übereinstimmt oder „was ist“. Sie ist echt. Wahrheit ist von Natur aus übereinstimmend. Anders gesagt, es passt zu dem Sinn und wird durch diesen reflektiert. Z.B. ein Lehrer steht seiner Klasse gegenüber und sagt: „Der einzige Ausgang aus diesem Zimmer ist rechts.“ Für die Klasse, die ihrem Lehrer gegenüber sitzt, ist der Ausgang aber links, aber es ist die absolute Wahrheit, dass die Tür für den Lehrer rechts ist.

Die Wahrheit passt zu ihrem Sinn. Es mag absolut wahr sein, dass eine bestimmte Person so viele Milligramm einer bestimmten Medizin benötigt, aber eine andere Person mag mehr oder weniger derselben Medizin brauchen, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Das ist keine relative Wahrheit, sondern nur ein Beispiel, wie die Wahrheit sich seinem Sinn anpasst. Es wäre falsch (und ggf. gefährlich) einem Patienten eine nicht geeignete Dosis zu verabreichen oder zu sagen, dass jede Medizin für diese Krankheit gut ist.

Die Wahrheit sagt einfach, wie es ist; es ist so, wie die Dinge wirklich sind und jede andere Sichtweise ist falsch. Ein fundamentales Prinzip der Philosophie ist die Unterscheidung zwischen wahr und falsch, oder wie Thomas Aquinas beobachtete: “Es ist die Aufgabe eines Philosophen Unterscheidungen zu machen.”

Herausforderungen der Wahrheit
Aquinas Worte sind heute nicht sehr populär. Unterscheidungen zu machen scheint aus der Mode gekommen zu sein in unserer postmodernen Ära des Relativismus. Es ist akzeptabel zu sagen „Das ist wahr“, solange es mit „und deshalb ist das falsch.“ ergänzt wird. Dies kann man besonders im Glauben und der Religion beobachten, wo jedes Glaubenssystem gleichgestellt werden soll, was die Wahrheit angeht.

Es gibt eine Anzahl von Philosophen und Weltanschauungen, die das Konzept der Wahrheit herausfordern, aber wenn jede kritisch überprüft wird, stellt sich heraus, dass sie sich in ihrer Argumentation selbst aufheben.

Die Philosophie des Relativismus sagt, dass alle Wahrheit relativ ist und es keine absolute Wahrheit gibt. Aber man muss sich fragen: ist diese Behauptung „alle Wahrheit ist relativ“ eine relative Wahrheit oder eine absolute? Wenn es eine relative Wahrheit ist, dann ist die Aussage bedeutungslos; woher wüssten wir, wann und wo sie anwendbar wäre? Wenn sie die absolute Wahrheit ist, dann existiert absolute Wahrheit. Darüber hinaus betrügt sich der Relativist selbst wenn er sagt, dass die Position der Absolutheit falsch ist – warum, wenn alles relativ ist, könnte es keine absolute Wahrheit geben? Im Grunde, wenn ein Relativist sagt „Es gibt keine Wahrheit“, bittet er dich ihm nicht zu glauben und es wäre das Beste, seiner Bitte zu folgen.

Diejenigen, die der Philosophie der Skepsis folgen, zweifeln die Wahrheit einfach an. Aber ist der Skeptische gegenüber der Skepsis skeptisch; zweifelt er seine eigene verkündete Wahrheit auch an? Wenn ja, dann warum der Skepsis Aufmerksamkeit schenken? Wenn nein, dann dürfen wir uns einer Sache sicher sein (d.h. absolute Wahrheit existiert) – Skepsis, die ironischer Weise in diesem Denkszenario zur absoluten Wahrheit wird. Der Agnostiker sagt, man kann die Wahrheit nicht kennen. Und wieder ist diese Einstellung allein bereits eine Aufhebung des behaupteten, weil behauptet wird, wenigstens eine Wahrheit zu kennen: dass die Wahrheit nicht gekannt werden kann.

Die Jünger der Postmoderne bestätigen einfach keine bestimmte Wahrheit. Der Patronsheilige der Postmoderne – Frederick Nietzsche – beschreibt Wahrheit so: „Was ist dann Wahrheit? Eine mobile Armee von Metaphern, Metonymien und Anthropomorphismus…die Wahrheit ist Illusion…Münzen, die ihre Bilder verloren haben und nun nur noch als Metall existieren, nicht mehr als Münze.“ Ironischer Weise und obwohl der Anhänger der Postmoderne Münzen in seiner Hand hält, die „nur Metall“ sind, bestätigt er mindestens eine absolute Wahrheit: die Wahrheit, dass keine Wahrheit bestätigt werden sollte. Genau wie die anderen Weltanschauungen, hebt sich auch die Postmoderne mit ihrem eigenen Argument selbst auf und kann zu ihrer eigenen Behauptung nicht bestehen.

Eine populäre Weltanschauung ist der Pluralismus, welche sagt, dass alle Wahrheitsbehauptungen gleichwertig sind. Natürlich ist das aber unmöglich. Können zwei Behauptungen – eine die sagt, dass eine Frau schwanger ist und eine andere die sagt, dass sie nicht schwanger ist – beide gleichzeitig wahr sein? Pluralismus entwirrt sich unter das des Widerspruchs, welches sagt, dass etwas nicht beides “A” und “Nicht-A” gleichzeitig und gleichbedeutend sein kann. Wie ein Philosoph sagte, jeder der an den Satz des Widerspruchs nicht glaubt (und durch die Unterlassung wird Pluralismus wahr) sollte geschlagen und verbrannt werden, bis er zugibt, dass geschlagen und verbrannt zu werden nicht dieselbe Sache ist, wie nicht geschlagen und verbrannt zu werden.

Bemerkenswert ist auch, dass Pluralismus sagt, dass Pluralismus wahr ist und alles dagegen falsch ist; welches an sich der eigenen fundamentalen Überzeugung des Pluralismus widerspricht.

Der Gedanke hinter Pluralismus ist eine offenherzige Einstellung von Toleranz. Allerdings verwechselt Pluralismus die Idee, dass jede Behauptung gleichen Wert hat mit der Behauptung, dass jede Wahrheit gleich wahr ist. Einfacher ausgedrückt, alle Menschen mögen gleichwertig sein, aber nicht alle Wahrheitsbehauptungen sind es. Pluralismus versteht den Unterschied zwischen Meinung und Wahrheit nicht, eine Differenzierung, die Mortimer Adler erwähnte: „Pluralismus ist nur auf den Gebieten wünschenswert und tolerierbar, die eine Sache des Geschmacks ist und keine Sache der Wahrheit.“

Die beleidigende Natur der Wahrheit
Wenn ein Konzept der Wahrheit schlecht gemacht wird, passiert dies aus einem oder mehr der folgenden Gründe:

Eine übliche Beschwerde gegen jemanden, der behauptet die absolute Wahrheit bei Glaubens- und Religionsthemen zu haben, ist das eine solche Behauptung “engstirnig” ist. Allerdings verstehen die Kritiker die Tatsache nicht, dass Wahrheit von Natur aus „eng“ ist. Ist ein Mathematiklehrer engstirnig, weil er glaubt, dass 2+2 = 4 und sonst nichts?

Eine weitere Ablehnung gegenüber der Wahrheit ist, dass es arrogant ist zu behaupten, dass jemand richtig und eine andere Person falsch liegt. Aber um zum obigen Beispiel des Mathelehrers zurückzukommen, ist der Mathelehrer arrogant, weil er nur eine richtige Antwort zu dem arithmetischen Problem gelten lässt?

Eine dritte Anklage gegen diejenigen, die sich an absolute Wahrheit halten ist, dass so eine Position Menschen ausschließt, statt alle einzuschließen. Allerdings schließt die Wahrheit von Natur aus ihr Gegenteil aus. Alle Antworten außer 4 werden ausgeschlossen bei der Frage was macht 2+2.

Ein weiterer Protest gegen die Wahrheit ist, weil sie beleidigend ist, wenn jemand behauptet, man hat die Wahrheit. Stattdessen argumentieren die Kritiker, dass nur die Ernsthaftigkeit von Bedeutung ist. Das Problem ist hier aber, dass die Wahrheit immun ist gegenüber Ernsthaftigkeit, Glauben und Wünsche. Es ist egal, wie ernsthaft jemand glaubt, dass ein falscher Schlüssel in die Tür passt; wenn der Schlüssel der falsche ist, wird er die Tür nicht öffnen. Die Wahrheit ist von Ernsthaftigkeit nicht betroffen. Jemand, der eine Flasche mit Gift aufhebt und ernsthaft glaubt, es wäre Limonade, wird leider trotzdem die Auswirkungen des Gifts erleiden. Und schlussendlich ist die Wahrheit dem Wunsch gegenüber gleichgültig. Man mag sich zwar von ganzem Herzen wünschen, dass der Tank des Autos nicht leer ist, aber wenn der Tank aufgebraucht ist, wird das Auto stehenbleiben, und kein Wunsch der Welt wird es wundersam weiterfahren lassen.

Manche werden zugeben, dass die absolute Wahrheit existiert, aber dann behaupten, dass dies nur auf dem Gebiet der Wissenschaft gültig ist und nicht bei Glauben und Religion. Diese Philosophie wird Positivismus genannt, wie sie David Hume und A.J. Ayer populär gemacht haben. Im Grunde sagen diese Menschen, dass Wahrheitsbehauptungen entweder Doppelaussagen (Tautologien) (z.B. alle Junggesellen sind ledig) oder wissenschaftlich nachweisbar (d.h. testfähig via Wissenschaft) sein müssen.

Für den logischen Positivisten ist jedes Gespräch über Gott Unsinn.

Für diejenigen, die ausschließlich der Wissenschaft Glauben schenken, übersehen zu erkennen, dass es viele Bereiche der Wahrheit gibt, bei der Wissenschaft ohnmächtig ist. Zum Beispiel:

• Wissenschaft kann den Wissenszweig Mathematik und Logik nicht beweisen, weil sie vorausgesetzt werden.
• Wissenschaft kann metaphysische Wahrheit nicht beweisen, z.B. der Verstand außer meinem Eigenen existiert.
• Wissenschaft ist nicht in der Lage Beweise zu liefern über Wahrheiten aus Moral und Ethik. Man kann mit Wissenschaft nicht nachweisen, dass z.B. die Nazis böse waren.
• Wissenschaft ist unfähig Wahrheitsaussagen über Ästhetik zu treffen, wie die Schönheit eines Sonnenaufgangs.
• Schlussendlich, wenn jemand sagt “Wissenschaft ist das einzige Mittel zur objektiven Wahrheit”, dann wurde gerade ein philosophische Behauptung aufgestellt – die nicht durch die Wissenschaft geprüft werden kann.

Und es gibt diejenigen, die sagen, dass absolute Wahrheit auf dem Gebiet der Moral nicht anwendbar ist. Aber die Antwort zu dieser Frage „Ist es moralisch ein unschuldiges Kind zu quälen und zu ermorden?“ ist absolut und universell: nein. Oder um es persönlicher zu machen, diejenigen, die relative Wahrheit in Bezug auf Moral anwenden wollen, scheinen aber absolute Treue von ihrem Partner zu fordern.

Warum ist Wahrheit wichtig
Warum ist es überhaupt so wichtig, das Konzept der absoluten Wahrheit in allen Gebieten des Lebens (inkl. Glaube und Religion) zu verstehen und anzunehmen? Einfach, weil das Leben Konsequenzen hat, wenn man falsch liegt. Jemandem die falsche Menge von Medizin zu verabreichen, kann töten; falsche Entscheidungen des Finanzberaters kann eine Familie mittellos machen; der falsche Zug fährt nicht dahin, wo man hin will; ein untreuer Ehepartner kann die Familie zerstören.

Als christlicher Verfechter sagte Ravi Zacharias: “die Tatsache ist, die Wahrheit ist ausschlaggebend – vor allem wenn du am ankommenden Ende einer Lüge bist.” Und nirgends ist das wichtiger, als auf dem Gebiet von Glaube und Religion. Die Ewigkeit ist eine schrecklich lange Zeit, um falsch gelegen zu haben.

Gott und Wahrheit
Während der sechs Verhandlungen von Jesus, war der Gegensatz von Wahrheit (Gerechtigkeit) und Lügen (Ungerechtigkeit) unübersehbar. Da stand Jesus, die Wahrheit, der durch die verurteilt wird, deren jede einzelne Tat aus Lügen bestand. Die jüdischen Anführer brachen so gut wie jedes Gesetz, was dafür da war, den Angeklagten vor falschen Beschuldigungen zu beschützen. Sie arbeiteten eifrig daran Aussagen zu finden, die Jesus schuldig machen, und in ihrer Frustration wandten sie sich zu falschen Beweisen hin, die von Lügnern geliefert wurden. Aber sogar das brachte sie nicht zu ihrem Ziel. Also brachen sie ein weiteres Gesetz und zwangen Jesus dazu, sich selbst anzuklagen.

Vor Pilatus lügten die jüdischen Anführer wieder. Sie beschuldigten Jesus der Blasphemie, aber da sie wussten, dass dies nicht ausreichen würde, um Pilatus zu überzeugen Jesus töten zu lassen, behaupteten sie, dass Jesus Cäsar herausforderte und römisches Gesetz bräche, indem er die Menge aufforderte keine Steuern zu bezahlen. Pilatus entdeckte aber schnell ihr Täuschungsmanöver und ging nicht einmal darauf ein.

Jesus, der Gerechte wurde durch die Ungerechten verurteilt. Das traurige daran ist, dass die letzteren immer den ersten verfolgt haben. Darum tötete Kain auch Abel. Die Verbindung zwischen Wahrheit und Gerechtigkeit und zwischen Falschheit und Ungerechtigkeit wird in einer Reihe von Beispielen im Neuen Testament aufgezeigt:

• „Der Böse aber wird in der Macht des Satans auftreten mit großer Kraft und lügenhaften Zeichen und Wundern und mit jeglicher Verführung zur Ungerechtigkeit bei denen, die verloren werden, weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, dass sie gerettet würden. Darum sendet ihnen Gott die Macht der Verführung, sodass sie der Lüge glauben, damit gerichtet werden alle, die der Wahrheit nicht glaubten, sondern Lust hatten an der Ungerechtigkeit.“ (2.Thessalonicher 2,9-12).

• “Denn Gottes Zorn wird vom Himmel her offenbart über alles gottlose Wesen und alle Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten.“ (Römer 1,18)

• “ewiges Leben denen, die in aller Geduld mit guten Werken trachten nach Herrlichkeit, Ehre und unvergänglichem Leben; Ungnade und Zorn aber denen, die streitsüchtig sind und der Wahrheit nicht gehorchen, gehorchen aber der Ungerechtigkeit.“ (Römer 2,6-8)

• “sie [Liebe] verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit.“ (1.Korinther 13,5-6).

Zusammenfassung
Die Frage, die Pontius Pilatus vor Jahrhunderten stellte, sollte umformuliert werden, damit sie vollständig korrekt ist. Die Bemerkung des römischen Staatsmanns „Was ist Wahrheit?“ übersieht die Tatsache, dass viele Sachen die Wahrheit haben können, aber nur eine Sache die Wahrheit sein kann. Die Wahrheit muss einen Ursprung haben.

Die Realität ist, dass Pilatus früh am Morgen vor über 2000 Jahren direkt vor der ursprünglichen Wahrheit stand. Nicht lange bevor Jesus festgenommen wurde und zu Pilatus gebracht wurde, machte er eine einfache Aussage “Ich bin die Wahrheit” (Johannes 14,6), welche eine eher bemerkenswerte Aussage war. Wie kann ein einfacher Mann die Wahrheit sein? Das geht nicht, außer er ist mehr als ein einfacher Mann, was er auch behauptete zu sein. Die Behauptung von Jesus wurde validiert, als er von den Toten auferstanden ist (Römer 1,4).

Es gibt eine Geschichte über einen Mann, der in Paris lebte und von einem Fremden vom Land besucht wurde. Er wollte dem Fremden die Schönheit von Paris zeigen und nahm ihn zum Louvre, um die großartige Kunst zu besichtigen und dann in ein Konzert, um eine großartige Symphonie zu hören. Am Ende des Tages sagte der Fremde, dass er weder die Musik noch die Kunst besonders mochte. Der Gastgeber antwortete darauf: „Sie stehen hier nicht in Frage, sondern du.“ Pilatus und die jüdischen Anführer dachten sie verurteilen Christus, wenn aber in Realität sie diejenigen waren, die verurteilt wurden. Derjenige, den sie verurteilten, wird selbst als Richter dienen, genauso wie er für alle Richter sein wird, die die Wahrheit unterdrücken.

Pilatus erkannte offenbar nie die Wahrheit. Eusebius, der Historiker und Bischof von Cäsarea, hält fest, dass Pilatus letztendlich Selbstmord beging, während der Herrschaft des Kaisers Caligula – ein trauriges Ende und ein Denkanstoß für alle, weil ignorierte Wahrheit ignorieren ungewünschte Konsequenzen nach sich zieht.


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