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Frage

Was ist Easy believism (leichter Glaube)?

Antwort


Easy believism oder leichter Glaube ist ein etwas abfälliger Begriff, der von Gegnern der Ansicht verwendet wird, man müsse nur an Jesus glauben, um erlöst zu werden. Daraus schließen sie, dass diejenigen, die an sola fide („Glaube allein“) festhalten, lehren, dass kein entsprechendes Bedürfnis nach einem engagierten Leben in christlicher Nachfolge als Beweis der Erlösung besteht; das ist jedoch nicht das, was sola fide bedeutet. Wahrer Glaube an Christus wird immer zu einem veränderten Leben führen. Ein anderer gängiger Gebrauch des Begriffs „Easy believism“ bezieht sich auf diejenigen, die glauben, dass sie erlöst werden, weil sie ein Gebet gebetet haben - ohne wirkliche Überzeugung von der Sünde und ohne wirklichen Glauben an Christus. Ein Gebet zu beten ist leicht - daher der Begriff des leichten Glaubens oder der Leichtgläubigkeit - aber zur Erlösung gehört mehr als nur Worte in den Mund zu nehmen.

Viele dieser Debatten sind unnötig und basieren auf einem Missverständnis der Heiligen Schrift. Die Bibel besagt klar, dass die Erlösung nur durch Gnade allein, durch Glauben allein, in Christus allein erlangt werden kann. Epheser 2,10 erklärt uns den Kern dieser Lehre: „Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme.“ Wir sehen also, dass der Glaube, von Gott als Geschenk gegeben, das ist, was uns erlöst. Aber der nächste Vers erzählt von den Ergebnissen dieser Erlösung: „Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.“ Statt durch einen einfachen Akt aus eigenem Willen heraus werden wir durch die Hand Gottes, dem Allmächten, durch seinen Willen und für seine Verwendung erlöst. Wir sind seine Diener, und von dem Moment der Erlösung durch den Glauben begeben wir uns auf eine Reise mit vorbestimmten guten Taten, die ein Nachweis für unsere Erlösung sind. Wenn es keinen Nachweis von Wachstum und guten Werken gibt, haben wir Grund daran zu zweifeln, ob unsere Erlösung wirklich jemals stattgefunden hat. „Willst du nun einsehen, du törichter Mensch, dass der Glaube ohne Werke nutzlos ist?“ (Jakobus 2,20), und ein toter Glaube ist kein erlösender Glaube.

„Glaube allein“ bedeutet nicht, dass einige Gläubige Christus in ihrem Leben nachfolgen, während andere dies nicht tun. Das Konzept eines „fleischlichen Christen“ als separate Kategorie zu nicht-spirituellen Gläubigen ist komplett unbiblisch. Die Vorstellung eines fleischlichen Christen sagt, dass eine Person bei einer religiösen Erfahrung Christus als Erlöser erhält, aber nie den Nachweis eines veränderten Lebens aufweist. Dies ist eine falsche und gefährliche Lehre, da sie mancherlei gottlose Lebensstile entschuldigt: Ein Mensch könnte ein Vergewaltiger, Lügner oder Dieb sein, der seine Tat nicht bereut, aber er ist „erlöst", weil er als Kind ein Gebet betete; er ist nur ein „fleischlicher Christ". Die Bibel unterstützt nirgends diese Idee, dass ein wahrer Christ lebenslang fleischlich und sündig bleiben kann. Gottes Wort präsentiert nur zwei Kategorien von Menschen: Christen und Nicht-Christen, Gläubige und Ungläubige, diejenigen, die sich vor der Gottheit Christus verneigen und diejenigen, die es nicht tun (siehe Joh. 3,36; Römer 6,17-18; 2. Korinther 5,17; Galater 5,18-24; Epheser 2,1-5; 1. Johannes 1,5–7; 2,3–4).

Obwohl die Sicherheit der Erlösung eine biblische Tatsache ist und auf dem vollendeten Erlösungswerk von Christus beruht, ist es sicherlich wahr, dass manche Menschen, die augenscheinlich eine „Entscheidung getroffen haben“ oder „Christus angenommen haben“, dennoch nicht ernsthaft erlöst sind. Wie oben erwähnt, geht es bei der Erlösung weniger um unsere Akzeptanz von Christus, sondern vielmehr um seine Akzeptanz uns gegenüber. Wir werden durch die Kraft Gottes für seinen Zweck erlöst, und dieser Zweck beinhaltet gute Werke, die einen Nachweis für unsere Konvertierung geben. Diejenigen, die weiterhin ihr Leben nach fleischlichen Gelüsten leben, sind keine Gläubigen (Römer 8,5-8). Deshalb ermahnt uns Paulus: „Erforscht euch selbst, ob ihr im Glauben steht“ (2. Korinther 13,5). Der fleischliche Christ, der sich selbst prüft, wird bald herausfinden, dass er nicht im Glauben steht.

Jakobus 2,19 sagt: „Du glaubst, dass nur einer Gott ist? Du tust recht daran; die Teufel glauben's auch und zittern.“ Die Art des „Glaubens“, den sogar Dämonen haben, kann mit der intellektuellen Herangehensweise verglichen werden, die an Jesus „glauben“, dass er existiert oder dass er ein guter Mensch war. Viele Ungläubige sagen: „Ich glaube an Gott“ oder „Ich glaube an Jesus“; andere sagen „Ich habe gebetet und der Pastor sagte, ich bin erlöst“. Aber solche Gebete und so ein Glaube signalisieren nicht unbedingt ein verändertes Herz. Das Problem ist das Missverständnis des Wortes „glauben". Mit wahrer Erlösung kommt wahre Reue und echte Lebensveränderung. 2. Korinther 5,17 sagt, dass diejenigen, die in Christus sind, eine „neue Kreatur“ sind. Ist es möglich, dass man genauso in alter Weise nach dem Fleisch weiterlebt, wenn Christus aus uns eine neue Kreatur schafft? Nein.

Die Erlösung ist sicherlich kostenlos, aber gleichzeitig kostet sie uns alles. Wir müssen gegenüber unseren eigenen Wünschen und Sehnsüchten sterben, während wir Christus ähnlicher werden. Easy believism scheitert in dem Punkt, dass diese Lehre nicht anerkennt, dass jemand, der an Jesus glaubt, ein fortschreitend verändertes Leben führen wird. Erlösung ist ein kostenloses Geschenk für die, die glauben, aber Christus nachzufolgen und gehorsam zu sein, ist die Reaktion darauf, die zweifellos geschieht, wenn jemand wirklich im Glauben zu Christus kommt.

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