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Frage

Bedeutet Hebräer 10,26, dass ein Gläubiger seine Erlösung verlieren kann?

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Antwort


„Denn wenn wir mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, bleibt hinfort kein Opfer mehr für die Sünden.“ Hebräer 10,26–29 warnt vor der Sünde des Abfalls vom Glauben. Der Abfall vom Glauben bedeutet ein vorsätzliches Abkehren oder Abfallen. Apostaten sind diejenigen, die sich auf Christus zubewegen, bis an den Rand des rettenden Glaubens gelangen, das Evangelium hören und verstehen und kurz vor der Errettung stehen, dann aber das Gelernte ablehnen und sich abwenden. Dies sind Menschen, die sich ihrer Sünde vielleicht sogar bewusst sind und sogar ein Glaubensbekenntnis ablegen. Statt jedoch in geistlicher Reife zu wachsen, erlischt ihr Interesse an Christus; die Dinge der Welt gewinnen zunehmend an Anziehungskraft, bis sie schließlich jedes Verlangen nach den Dingen Gottes verlieren und sich abwenden. Der Herr veranschaulicht diese Haltung im Gleichnis vom Sämann (Matthäus 13,1–9.18–23): Es handelt sich um jene, die das Wort Gottes mit Freude aufnehmen, dann aber durch die Sorgen dieser Welt abgelenkt oder durch die Verfolgung um seines Namens willen abgeschreckt werden.

Unter 'vorsätzlichem Sündigen' verstehen wir in diesem Zusammenhang, dass jemand Christus bewusst und absichtlich ablehnt. Wer den Weg Gottes kennt, ihn predigen hört, ihn studiert und sich zu den Gläubigen zählt, sich dann jedoch abwendet, fällt ab. Vorsätzliches Sündigen bedeutet, fortgesetzt und willentlich zu sündigen. Ein solcher Mensch sündigt nicht aus Unwissenheit; er lässt sich auch nicht von momentanen Versuchungen hinreißen, denen er nicht widerstehen kann. Der vorsätzliche Sünder handelt aufgrund einer festgefahrenen Denk- und Handlungsweise, von der er nicht lassen will. Der wahre Gläubige hingegen verfällt zwar in Sünde und verliert vorübergehend die Gemeinschaft mit Gott, kehrt aber schließlich in aufrichtiger Reue zu ihm zurück, weil sein himmlischer Vater ihn so lange umwirbt und überzeugt, bis er nicht länger fernbleiben kann. Der wahre Abtrünnige hingegen wird weiter sündigen, bewusst, willentlich und hemmungslos. Johannes erinnert uns: „Wer aus Gott geboren ist, der tut keine Sünde; denn Gottes Same bleibt in ihm, und er kann nicht sündigen; denn er ist aus Gott geboren.“ (1. Johannes 3,9).

Abtrünnige verfügen über Wissen, jedoch nicht über die Fähigkeit, dieses Wissen anzuwenden. Sie sind im Licht Christi zu finden, meist in der Kirche, unter Gottes Volk. Judas Iskariot ist das perfekte Beispiel dafür – er hatte Wissen, aber es fehlte ihm an wahrem Glauben. Kein anderer, der die Wahrheit verworfen hat, ist je tiefer in die Liebe und Gnade Gottes eingetaucht als Judas. Er gehörte zum engsten Kreis der Jünger Jesu, aß, schlief und reiste jahrelang mit ihm. Er sah die Wunder und hörte das Wort Gottes aus dem Mund Jesu selbst, des besten Predigers, den die Welt je gekannt hat, und dennoch wandte er sich nicht nur ab, sondern war maßgeblich an der Verschwörung beteiligt, Jesus zu töten.

Nachdem er sich von der Wahrheit abgewandt hat und sich in voller Kenntnis bewusst dafür entschied, vorsätzlich und fortwährend zu sündigen, ist der Abtrünnige jenseits der Erlösung, weil er das einzig wahre Opfer für die Sünden abgelehnt hat: den Herrn Jesus Christus. Wenn das Opfer Christi abgelehnt wird, ist alle Hoffnung auf Erlösung verloren. Wer sich bewusst von diesem Opfer abwendet, hat kein anderes Opfer mehr; übrig bleibt allein die Sünde, deren Lohn der ewige Tod ist. Dieser Abschnitt spricht nicht von einem wahren Gläubigen, der abfällt, sondern von jemandem, der zwar behauptet, gläubig zu sein, es in Wahrheit jedoch nicht ist. Wer abfällt, beweist damit, dass er von Anfang an keinen echten Glauben besaß (1. Johannes 2,19).

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